Samstag, 25 Sep 2021
Zoudé sprach sich für die Streichung des Begriffs "Rasse" aus dem Grundgesetz aus.
Zoudé sprach sich für die Streichung des Begriffs "Rasse" aus dem Grundgesetz aus. Foto: Michael Schilling / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)
 2-3 Minuten Lesezeit  413 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Schauspielerin Dennenesch Zoudé (53) hat als Vorstandsmitglied der Deutschen Filmakademie in der Rassismus-Debatte eine Quotenregelung für ihre Branche gefordert: "Wir können und müssen Impulse setzen, dass Statuten und Richtlinien für die Filmlandschaft neu festgelegt werden. Zum Beispiel, dass ein bestimmter Prozentsatz an Diversität in Bezug auf Alter, Geschlecht, Hautfarbe und Beeinträchtigungen vor und hinter der Kamera festgelegt wird", sagte Zoudé der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Dies werde eine Signalwirkung haben.

"Ganz wichtig finde ich es zu informieren, zu sensibilisieren und sich auszutauschen", sagte die in Äthiopien geborene und in Berlin aufgewachsene Schauspielerin. Es gebe in Deutschland Generationen von Schwarzen, die hier geboren und aufgewachsen seien, die gar nichts anderes können als Deutsch, sagte Zoudé. Denen werde durch die Frage nach der Herkunft ständig signalisiert: Du bist anders: "Und das tut weh. Der Mensch wird nicht erst als Person wahrgenommen, sondern es wird gleich eine Andersartigkeit angesprochen. Das nennt man dann positiven Rassismus. Zum Beispiel der Satz ,Sie sprechen aber gut Deutsch', der wirklich ganz furchtbar ist."

"Positiver Rassismus ist, wenn man ungefragt berührt oder angefasst wird", führte die Schauspielerin aus. "Sei es, weil man die Haut so schön glatt und interessant findet oder die Haare so ,lustig' und kraus sind. Einer schwangeren Frau streicht man auch nicht einfach über den Babybauch. Das sind Grenzüberschreitungen, auch wenn sie nicht böse gemeint sind."

Auch andere, vermeintlich harmlose Situationen habe sie als rassistisch empfunden, sagte Zoudé weiter: "Als ich früher zum Friseur ging, wussten sie dort nicht, was sie mit meinen Haaren anfangen sollen. Ich wurde mit großen Augen angeguckt und mit spitzen Fingern angefasst. Und dann hieß es: Ach herrje, was machen wir denn damit? Als Mädchen oder junge Frau möchte man beim Friseur gerne schön gemacht werden, aber ich habe mich jedes Mal gefühlt wie jemand Fremdes."

Sie selbst bezeichne sich als Schwarze, sagte die 53-Jährige weiter - "obwohl es dann ganz oft heißt: Du bist ja nicht wirklich schwarz. Das einzige No-Go ist das N-Wort, das sollte jeder endlich mal begriffen haben." Den Begriff "farbig" mag die Schauspielerin indes nicht: "Bei ,farbig' muss ich immer an bunt denken, als wäre ich auch grün, gelb und blau."

Zoudé sprach sich für die Streichung des Begriffs "Rasse" aus dem Grundgesetz aus: "Ich finde den Begriff Ethnie besser, er beinhaltet für mich so viel mehr, zum Beispiel Abstammung, Sprache, Kultur, Tradition, Geschichte und Religion. Der Begriff Rasse kommt ursprünglich aus dem Tierreich - es gibt Hunderassen, aber keine Menschenrassen."

Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
#mehrMagazin
Der Star-Pianist wollte eigentlich Feuerwehrmann werden - Abschied von Twitter und Engagement im Wahlkampf geplant
Foto: Hubert Burda Media / CC BY-NC-SA 2.0 (via Flickr)

Igor Levit: Jüdische Identität wurde mir erst in Deutschland bewusst

Igor Levit (34) hat sich erst als Erwachsener in Deutschland mit seiner jüdischen Herkunft befasst. "Als Kind, als Jugendlicher und als ganz, ganz früher Erwachsener war ich mir keiner jüdischen...
Juso-Chefin Jessica Rosenthal verteidigte den Spot. "Es ist völlig richtig, die Rolle von Herrn Liminski massiv zu kritisieren".
Foto: Dmitriy Gutarev

Deutsche Bischofskonferenz nennt SPD-Werbespot "unangemessen"

Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Wahlspot der SPD kritisiert, der den katholischen Glauben eines Mitarbeiters von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) thematisiert. Der "Umgang mit der...
Immerhin darf angenommen werden, dass Cyberversicherer auch über einiges an IT-Sicherheits-Know-how im eigenen Haus verfügen.
Foto: Fábio Lucas

Die doppelte Cybergefahr

Die Haftpflichtkasse aus Roßdorf in der Nähe von Darmstadt ist mit rund 200 Mill. Euro Beitragsvolumen ein kleines Licht im Multimilliardenmarkt der deutschen Versicherungswirtschaft. Seit Mitte...
Zu seinem aktuellen Werk "Doch das Böse gibt es nicht" erklärte er: "In diesem Fall habe ich etwas anderes gemacht und den Film in Episoden unterteilt, weil man im Iran für Kurzfilme viel leichter Drehgenehmigungen bekommt.
Foto: Ipadakam / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Berlinale-Sieger Rasoulof hat die iranische Zensur mit Bluffs ausgetrickst

Berlinale-Sieger Mohammad Rasoulof greift im Ringen mit der Zensur seiner Heimat Iran zu Tricks. "Natürlich helfen die technischen Möglichkeiten, die Zensur zu umgehen, man kann zum Beispiel mit...
Auf die Ära der Kanzlerin Merkel schaut der ehemalige Thomaner-Chorsänger mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Foto: JCS / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Ich weine manchmal, wenn ich die SPD betrachte

"Die Prinzen"-Sänger Sebastian Krumbiegel hadert derzeit etwas mit der SPD. "Ich bin ein alter sozialdemokratisch sozialisierter Mensch. Deswegen weine und verzweifle ich manchmal, wenn ich die SPD...
Im Gespräch mit Wolfgang Bosbach und Christian Rach kritisierte Kunze die fehlende Lobby für Kunst und Kultur.
Foto: Ghostwriter123 / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Heinz Rudolf Kunze attackiert Nena

Der Sänger und Songschreiber Heinz Rudolf Kunze hat seine Musikerkollegin Nena dafür kritisiert, kürzlich bei einem Konzert in Berlin das Hygienekonzept des Veranstalters bewusst missachtet zu...
Die Pandemie hat für Piet Smiet konkrete Mängel offengelegt, "zum Beispiel der digitale Zustand unserer Schulen". Zudem sei Arbeitgebern aufgefallen, dass das Homeoffice eine valide Option ist.
Foto: Tomasz Niemiec / CC BY-ND 2.0 (via Wikimedia Flickr)

Youtuber Piet Smiet: "Wir waren sehr dumm"

Gaming-Star Piet Smiet bereut seine rüde Sprache in früheren Videos. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der Youtuber, er schäme sich für die Grölerei in manchen Sequenzen. "Was wir uns da, wenn...
Back To Top