Samstag, 25 Sep 2021
Valie Export schätzt in diesem Zusammenhang vor allem die #MeToo-Bewegung als verdienstvoll ein.
Valie Export schätzt in diesem Zusammenhang vor allem die #MeToo-Bewegung als verdienstvoll ein. Foto: Manfred Werner / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)
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Männer und Frauen sind noch immer nicht wirklich gleichberechtigt. Das moniert die österreichische Künstlerin Valie Export. "Die Frauen sind sicher inzwischen freier geworden, auch fordernder und herausfordernder. Aber die Regeln werden in der Gesellschaft noch immer von Männern gemacht. Von wirklicher Gleichberechtigung kann man noch nicht sprechen", sagte die Künstlerin in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Nach ihrer Ansicht zeigt die aktuelle Corona-Krise, wie sehr Ungleichheiten noch weiterhin bestehen. "Frauen in sozialen Berufen, die jetzt gerade sehr gefordert sind, müssten zum Beispiel viel besser bezahlt werden!", meint die Künstlerin, die am Sonntag, 17. Mai, 80 Jahre alt wird.

Menschenwürde für Mann und Frau, moderne Bildung für alle und demokratische Grundsätze - all das steht jetzt in Frage.
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Einfach abgehauen

Valie Export schätzt in diesem Zusammenhang vor allem die #MeToo-Bewegung als verdienstvoll ein. "Die #MeToo-Bewegung ist sehr wichtig, weil sie öffentlich gemacht hat, wie sehr viele Männer ihre Grenzen überschreiten. Männer müssen aber akzeptieren, wo ihre Grenzen sind. Es geht um die Menschlichkeit von Frauen und auch die von Männern", sagte die Künstlerin weiter. Zugleich sieht sie die heutige Gesellschaft als grundsätzlich freier an. "In früheren Zeiten konnte man mit provokanter Kunst gut gegen Regeln verstoßen, sich auflehnen. Inzwischen hat sich die Gesellschaft verändert. Sie hat sich angepasst und sich wie ein Gummiband ausgedehnt. Hoffentlich schnellt dieses Gummiband nicht eines Tages zurück", mahnt sie, errungene Freiheiten zu bewahren.

Nach Ansicht der Künstlerin bedroht die Corona-Krise den Fortbestand von Kunst und Kultur. "Unsere Gesellschaften sind auch wesentlich durch ihre Kultur geprägt. In der Krise wurde die Kultur aber als letztes Thema behandelt. Natürlich ist die Gesundheit das Wichtigste von allem. Aber der Blick galt fast nur der Wirtschaft", sagte Valie Export. Vor allem jüngere Künstler seien stark betroffen. "Die Corona-Krise macht der Kunst zu schaffen. Sammler etwa wollen die Kunstwerke selbst sehen, keine digitalen Bilder. Ich bedaure die jungen Künstlerinnen und Künstler, denen es jetzt an Möglichkeiten fehlt, sich zu zeigen."

Die 1940 im österreichischen Linz unter dem Namen Waltraud Lehner geborene Künstlerin gehört zu den Klassikern der Aktions- und Videokunst. Die Künstlerin, die sich seit 1967 Valie Export nennt, vertritt eine feministische Position der Kunst. Sie war zwischenzeitlich Lebenspartnerin des Architekten Friedensreich Hundertwasser und des Medienkünstlers Peter Weibel.

Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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