Samstag, 25 Sep 2021
Der Star-Pianist wollte eigentlich Feuerwehrmann werden - Abschied von Twitter und Engagement im Wahlkampf geplant
Der Star-Pianist wollte eigentlich Feuerwehrmann werden - Abschied von Twitter und Engagement im Wahlkampf geplant Foto: Hubert Burda Media / CC BY-NC-SA 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  321 Worte im Text  vor 44 Tagen

Igor Levit (34) hat sich erst als Erwachsener in Deutschland mit seiner jüdischen Herkunft befasst. "Als Kind, als Jugendlicher und als ganz, ganz früher Erwachsener war ich mir keiner jüdischen Identität bewusst", sagte der aus Russland stammende Pianist der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Diese Identität "gab mir mein Leben in Deutschland zurück", erzählte er.

Menschenwürde für Mann und Frau, moderne Bildung für alle und demokratische Grundsätze - all das steht jetzt in Frage.
Foto: The U.S. Army / CC BY 2.0 (via Flickr)

Einfach abgehauen

Levit war in den vergangenen Jahren wiederholt zum Ziel antisemitischer Anfeindungen geworden. Gefragt nach Initialmomenten seiner jüdischen Bewusstwerdung, sagte er, "ein paar Angriffe, ein paar Sprüche, ein paar Aussagen, die alle den Tenor hatten, du gehörst nicht hierher". Dabei habe keine Rolle gespielt, dass er in Russland geboren ist, sondern "weil ich heiße, wie ich heiße, und wahrscheinlich, weil ich die Nase im Gesicht trage, die ich halt trage".

Levit thematisiert den Antisemitismus in Deutschland regelmäßig in den sozialen Netzen. Unter anderem war und ist Levit auf Twitter sehr aktiv; sein Account zählt knapp 150.000 Menschen, die ihm folgen. Allerdings wolle er sich von dem Kurznachrichtendienst verabschieden. "Ich kann es nicht mehr sehen", sagte er der "NOZ". Es gebe viele tolle Menschen auf Twitter. "Aber es gibt auch viel Nonsens, viel Müll. Und der macht einfach krank."

In seinem Buch "Hauskonzert", das er zusammen mit dem "Zeit"-Redakteur Florian Zinnecker geschrieben hat, hatte Levit darüber spekuliert, Deutschland zu verlassen. Derzeit sei das keine Option, aber: "Dass ein Punkt kommen kann, an dem ich sage, ich verlasse dieses Land - ja."

In nächster Zeit will er sich politisch engagieren. Gefragt nach dem Bundestagswahlkampf, sagte Levit, "es wird der Moment kommen, wo ich mich da ein bisschen reinwerfe". Für wen und wie, wollte er noch nicht verraten.

Künstlerisch steht bei Levit demnächst die Veröffentlichung seines Albums "DSCH" mit den Präludien und Fugen des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch und der "Passacaglia on DSCH" des schottischen Komponisten Ronald Stevenson an. Dabei war Pianist keineswegs sein erster Berufswunsch. Als Kind, sagte Levit, wollte er Feuerwehrmann werden. "Und Schäferhund."

Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
#mehrMagazin
Nach den Worten von Juli Zeh geht es jetzt darum, Freiheit und Sicherheit in einer offenen Gesellschaft wieder neu ins Gleichgewicht zu bringen.
Foto: Sven Mandel / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Wir müssen die Freiheit schützen, in Fragen der Pandemie in der Minderheit zu sein

Schriftstellerin Juli Zeh wirbt für Toleranz im Umgang mit unterschiedlichen Haltungen zur Corona-Politik der Bundesregierung. "In der Diskussion um die richtigen Maßnahmen gegen die Pandemie führt...
Die Natur schert sich einen Dreck um jahrzehntelange Planungs- und Entscheidungsprozesse.
Foto: Matt Palmer

Alarmschrei der Wissenschaft

Der Bericht des Weltklimarates ist ein Alarmschrei! Die Wissenschaftlern haben letzte Zweifel daran ausgeräumt, dass der globale Temperaturanstieg durch menschliches Handeln und das Verbrennen von...
Es sei dies der letzte Wahlkampf, den er für die CDU bestreiten werde. "Meine Verpflichtungen werde ich selbstverständlich einhalten, aber das war's dann!"
Foto: Sven Teschke / CC BY-SA 3.0 DE (via Wikimedia Commons)

Wolfgang Bosbach will keinen Wahlkampf mehr für die CDU machen - "Das war's dann" - Reaktion auf Kritik an Auftritt mit Hans-Georg Maaßen

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach beendet die Unterstützung für Wahlkämpfe seiner Partei. Er reagiert damit auf die Kritik an einem Auftritt mit dem ehemaligen Verfassungsschutz-Präsidenten...
Die Pandemie hat für Piet Smiet konkrete Mängel offengelegt, "zum Beispiel der digitale Zustand unserer Schulen". Zudem sei Arbeitgebern aufgefallen, dass das Homeoffice eine valide Option ist.
Foto: Tomasz Niemiec / CC BY-ND 2.0 (via Wikimedia Flickr)

Youtuber Piet Smiet: "Wir waren sehr dumm"

Gaming-Star Piet Smiet bereut seine rüde Sprache in früheren Videos. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der Youtuber, er schäme sich für die Grölerei in manchen Sequenzen. "Was wir uns da, wenn...
Juso-Chefin Jessica Rosenthal verteidigte den Spot. "Es ist völlig richtig, die Rolle von Herrn Liminski massiv zu kritisieren".
Foto: Dmitriy Gutarev

Deutsche Bischofskonferenz nennt SPD-Werbespot "unangemessen"

Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Wahlspot der SPD kritisiert, der den katholischen Glauben eines Mitarbeiters von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) thematisiert. Der "Umgang mit der...
Im Gespräch mit Wolfgang Bosbach und Christian Rach kritisierte Kunze die fehlende Lobby für Kunst und Kultur.
Foto: Ghostwriter123 / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Heinz Rudolf Kunze attackiert Nena

Der Sänger und Songschreiber Heinz Rudolf Kunze hat seine Musikerkollegin Nena dafür kritisiert, kürzlich bei einem Konzert in Berlin das Hygienekonzept des Veranstalters bewusst missachtet zu...
Zu seinem aktuellen Werk "Doch das Böse gibt es nicht" erklärte er: "In diesem Fall habe ich etwas anderes gemacht und den Film in Episoden unterteilt, weil man im Iran für Kurzfilme viel leichter Drehgenehmigungen bekommt.
Foto: Ipadakam / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Berlinale-Sieger Rasoulof hat die iranische Zensur mit Bluffs ausgetrickst

Berlinale-Sieger Mohammad Rasoulof greift im Ringen mit der Zensur seiner Heimat Iran zu Tricks. "Natürlich helfen die technischen Möglichkeiten, die Zensur zu umgehen, man kann zum Beispiel mit...
Back To Top